"Ein gesunder Mensch lächelt und lacht, ist fröhlich und glücklich.
Gesundheit ist ein Geschenk von Mutter Natur, der Kraft hinter allem Leben.
Gesundheit, nicht Krankheit, ist Dein Geburtsrecht.
Wohlbefinden ist so natürlich wie geboren zu werden."
~ Swami Sivananda ~

Was ist Ayurveda?

Ayurveda bedeutet „Wissenschaft des Lebens“. Sie umfasst eine große Menge an Wissen über eine gesunde Lebensweise und das Heilen von Krankheiten. Das ursprünglich mündlich weitergegebene  ayurvedische Wissen wurde schließlich in der altindischen Sprache Sanskrit niedergeschrieben. Die Ursprünge gehen auf die Zeit bis 3.000 v. Chr. zurück und orientieren sich an den Veden, den ältesten schriftlichen Aufzeichnungen des indischen Wissens.

Ayurveda & Yoga

Es ist noch gar nicht so lange her, da hat sich Ayurveda von Indien in die moderne westliche Welt ausgebreitet, wo seine Form der Auseinandersetzung mit Gesundheit und Wohlbefinden immer mehr geschätzt wird. Ayurveda und Yoga sind Schwesterndisziplinen mit vielen Parallelen. Denn Ayurveda und Yoga stammen beide von der gleichen „Veda“ ab – der Wissenschaft vom langen Leben. Ziel beider Systeme ist ein gesundes und glückliches Leben zu führen. Und um das so zu bekommen, müssen wir uns selbst kennenlernen 🙂

Yoga bedeutet „Verbindung“ oder „Einheit“. Ayurveda ist „Die Wissenschaft des Lebens“. Das bedeutet also, dass Ayurveda die Basis dieser ganzen Gesundheitslehre ist. Beim Ayurveda liegt der Fokus darauf, den Körper und die Seele zu heilen und beides gesund zu erhalten. Mit Hilfe eines gesunden Lebensstils, dem Einsatz von Kräutern und diversen Behandlungen kümmert sich Ayurveda um das Gesamtwohlbefinden.

Beim Yoga ist das ähnlich, jedoch baut es auf Ayurveda auf und geht noch einen Schritt weiter. Yoga soll den Körper durch Asanas gesund erhalten und stärken. Das Ziel beim Yoga ist ebenfalls die Einheit von Körper, Geist & Seele.

Die Drei Doshas

Dosha ist ein zentraler Begriff im Ayurveda, der aus der altindischen Sprache Sanskrit stammt und wörtlich „Fehler“ bedeutet, aber übersetzt werden kann mit ‚das, was Probleme verursachen kann‘. Es gibt Vata, Pitta und Kapha. Die drei Doshas sind Energien, die Körper und Geist durchlaufen. Jede von ihnen erfüllt bestimmte Funktionen, und jeder Mensch besteht aus allen drei Doshas, allerdings in unterschiedlich starker Ausprägung. Ziel ist es die drei Doshas ins Gleichgewicht zu bringen, um Wohlbefinden zu erleben. Jedes Dosha setzt sich aus zwei der fünf Elemente zusammen, aus denen die gesamte Materie besteht: Luft, Erde, Äther, Feuer und Wasser.

Vata (Dosha der Bewegung)

Vata besteht auf den Elementen Luft und Äther. Luft verleiht ihm die Eigenschaften Beweglichkeit und Trockenheit, Äther macht es subtil und leicht. Vata ist das wichtigste Dosha in Körper und geist, da es für Bewegung (z. B. im Blutkreislauf) und Wahrnehmung zuständig ist. Der Hauptsitz von Vata ist im Dickdarm.

Zu den Aufgaben von Vata gehören:

  • Bewegung, z. B. Atmung, Kreislauf, Ausscheiden und Nervensignale
  • Erzeugen von Wahrnehmungen im Körper
  • Entzündungen von Agni
  • Unterstützung von Gedächtnis, Antrieb und Auffassungsgabe

Der Vata-Mensch ist ein unruhiger Geist. Meist körperlich zierlich und wenig muskulös. Er nimmt schnell ab und hat kühle und trockene Haut. Er friert leicht und mag es deswegen lieber warm. Sein Appetit ist eher unregelmäßig und dementsprechend auch eine unregekmäßige Verdauung. Er ist ein schneller und kreativer Denker, er neigt jedoch auch zu Grübeleien und Sorgen. Vata-Menschen sind sehr gesprächig und reisen gerne.

Auf Veränderungen reagieren sie sehr stark und sind dadurch den vielen Reizen der heutigen Welt ausgesetzt. Das kann für sie positiv sein und motivieren, aber auch überfordern und überreizen. Das kann anhand kalter Hände, trockener Haut und vegetativen Störungen (zum Beispiel Schlafstörungen) zum Vorschein kommen. Auch Krankheiten des Bewegungsapparats (zum Beispiel Arthrosen) und Verdauungsstörungen (Blähungen und Verstopfung) sind ein Thema.

Diese Schwachstellen verstärken sich zusätzlich durch eine ungesunde Lebensweise. Besser vertragen Vata-Typen warme süße, salzige und saure Speisen. Auch Massagen mit Sesamöl, warme Bäder, ein regelmäßiger Tagesrhythmus, viel Schlaf und Entspannung tun ihnen gut. Hektik und Stress ist Gift, genauso wie zu viel Sex oder kaltes, zu scharfes und bitteres Essen. Besonders ruhige Trainingsarten wie Yoga, Qi-Gong, Spazieren gehen und Schwimmen sind für den Vata-Typen geeignet.

Ein Beispiel: Vata-Menschen brauchen Struktur und einen geregelten Tagesablauf sowie drei warme Mahlzeiten und viel warme Getränke, wie zum Beispiel Tee. Zudem braucht er viel Ruhe und Entspannung sowie regelmäßige Ölmassagen. Vata-Typen sollten kalte, blähende und schwer verdauliche Speisen wie zum Beispiel Kohl, Paprika, Pilze und Rohkost meiden.

Pitta (Dosha der Umwandlung)

Pitta besteht aus den Elementen Feuer und Wasser. Pitta-Typen haben die Eigenschaften wie Hitze und Schärfe vom Feuer sowie Flüssigkeit und Öligkeit vom Wasser. Im Körper ist Pitta für Umwandlung zuständig, wie zum Beispiel bei der Verdauung und sorgt für innere Wärme. Der Hauptsitz von Pitta sind Magen und Dünndarm

Zu den Aufgaben von Pitta gehören:

  • Verdauen der Nahrung und Nähren von Agni (dem Verdauungsfeuer)
  • Produzieren von Blut und Hautfarbe
  • Aufbau von Intelligenz und Selbstvertrauen
  • Sehvermögen

Die Pitta-Typen sind meist hellhäutige mit rötlichen oder hellen Haaren, sie sind eher mittelschwer mit mittelmäßig muskulösem Körperbau. Sie haben eher warme und trockene, aber sensible Haut. Sie haben in der Regel einen guten Appetit und haben eine gute Verdauung – vor allem, wenn sie sich ganz nach ihrem Dosha-gerechten Typ von kalten Speisen und Getränken ernähren.

Pitta-Menschen schießen gelegentlich über ihre Grenzen hinaus, vor allem was die körperliche Betätigung anbelangt. Gesundheitliche Störungen entstehen meistens dann, wenn z.B. Schichtarbeit oder Partys den Tag-Nacht-Rhythmus stören. Auch wenn sie zu salzig, sauer oder scharf essen oder zu viel Alkohol und Zigaretten zu sich nehmen. Vor allem Stress, Hektik oder Krisen beeinträchtigen den Pitta-Menschen besonders. Hitze und pralle Sonne oder stark gesalzene, fettige oder scharfe Speisen tun ihm nicht gut. Wenn sich Pitta-Menschen überfordert sind, merkt man das zum Beispiel in einem gelblichen Teint, starkem Schwitzen, Mundgeruch, Schlafstörungen, Entzündungen, Geschwüren und Hauterkrankungen. Zudem werden sie unausstehlich, aggressiv, kritiksüchtig, stur und rücksichtslos.

Ein Beispiel: Personen mit Pitta-Schwerpunkt sollten alle säuernden, scharfen und öligen Speisen meiden. Kühlende, bittere und herbe Nahrungsmittel sind für sie in Ordnung. Alkohol, Fleisch, Weißmehl und Kaffee sollten sie unbedingt reduzieren. Wichtig: Ein gesunder Ausgleich zwischen Aktivität und Entspannung im Alltag! Für Pitta-Typen sind mäßige Trainingsarten wie Schwimmen, Aerobic, Wandern oder Teamsportarten am sinnvollsten.

Kapha (Dosha der Substanz)

Kapha besteht aud den Elementen Erde und Wasser. Von der Erde hat Kapha die Eigenschaften Schwere und Stabilität, von Wasser Öligkeit und Weichheit. Kapha verleiht dem Körper Substanz, Stärke, Konsistenz, Schmiere, Abkühlung und Immunität. Es ist auch für die Heilung verantwortlich. Der Hauptsitz von Kapha sind Magen und Brust.

Zu den Aufgaben von Kapha gehören:

  • Bereitstellung von Feuchtigkeit für die Schleimheute
  • Kräftigung und Kühlung des Herzens und der Sinnesorgane
  • Stabilisieren und Schmieren der Gelenke
  • Geschmackssinn

Kapha-Typen haben meist einen eher schweren Körperbau mit einer Tendenz zu Übergewicht. Sie haben eine glatte, helle und ölige Haut sowie kräftiges, welliges, dunkles Haar. Sie lieben es zu essen, aber haben jedoch eine eher träge Verdauung. Körperlich sind die Kapha Menschen sehr stark und ausdauernd, sie haben ein sehr gutes Gedächtnis, aber eher eine langsame Auffassungsgabe.

Kapha-Menschen sind meist ausgeglichene, verträgliche Zeitgenossen, die nicht so leicht aus der Ruhe gebracht werden. Diese Eigenschaften können sich aber auch geistige und körperliche Trägheit enwickeln.  Am besten geht es dem Kapha-Typen, wenn er regelmäßig Sport macht, aber ansonsten einen eher ruhigen Lebensstil hat.

Wenn Menschen zu viel Kapha haben, merkt man das zum Beispiel daran, dass sie wenig Appetit, eine träge Verdauung und Übergewicht haben. Aber auch Blässe, kalte Gliedmaßen sowie Gelenkproblemen. Wenn ein Kapha-Typ einen schlechten Lebenswandel hat, wirkt es ebenfalls auf die Psyche. Dann ist es sehr wahrscheinlich, dass sie depressiv, zerstreut und träge werden.

Ein Beispiel: Kapha-Menschen sind eher träge und bewegen sich dementsprechend zu wenig. In ihrem täglichen Ablauf sollten sie sich mindestens eine halbe Stunde bewegen und zu viel Schlaf vermeiden. Alle schweren Nahrungsmittel wie Fettiges und Gebratenes sollten sie meiden. Ganz besonders Milchprodukte und Süßigkeiten. Stattessen sollte der Kapha-Typ leichte, herbe, bittere und anregende Nahrung wählen. Was auch sehr gut ist: Zwischenmahlzeiten ausfallen lassen und abends nur eine Suppe oder gedünstetes Gemüse essen. Besonders geeignete Trainingsarten sind für Kapha-Menschen anregende Sportarten, wie Ballsportarten, Joggen, Boxen, Fahrrad fahren oder Tennis.

Welcher Dosha-Typ bin ich?

Um Deinen Dosha-Typ herauszufinden, kannst Du über diesen Online-Test Deine Konstitution direkt herausfinden:

Natürlich kann es bei der Online-Variante auch Abweichungen geben. Wenn Du also tiefer in Ayurveda hineintauchen möchtest, dann ist es empfehlenswert einen Ayurveda-Arzt zu besuchen 🙂